NIS2 im Wasser- und Abwassersektor
NIS2 im Wasser- und Abwassersektor: Warum der erste Schritt der schwerste ist...

Seit dem 6. Juni 2026 gilt das NIS2-Umsetzungsgesetz in Deutschland. Ohne Übergangsfrist, von einem Tag auf den anderen, für rund 29.500 Unternehmen in 18 Sektoren. Wasser- und Abwasserbetriebe gehören selbstverständlich dazu. Ein halbes Jahr später lässt sich nüchtern feststellen: Die Pflicht ist da, die Umsetzung hinkt hinterher. Bis März 2026 hatten sich beim BSI erst rund 11.500 Unternehmen registriert – ein Bruchteil der Betroffenen.
Wer in einem kommunalen Versorgungsbetrieb arbeitet, kennt die Gründe. Es fehlt selten am Willen. Es fehlt an Zeit, an Personal mit IT-Sicherheits-Schwerpunkt und an einem klaren Einstiegspunkt. Und genau hier liegt das eigentliche Problem.
Die schwerste Frage steht ganz am Anfang
Bevor irgendjemand über Maßnahmen, Meldepflichten oder Nachweise nachdenkt, steht die Frage: Sind wir überhaupt betroffen – und wenn ja, wo stehen wir gerade?
Das klingt banal, ist es aber nicht. Das Wissen um die Betroffenheitsprüfung gehört zu den größten Hürden der gesamten NIS2-Umsetzung. Solange diese Grundfrage offen ist, bleibt jede weitere Aktivität ein Schuss ins Blaue. Genau deshalb scheitert die Umsetzung oft nicht am Ende, sondern am Anfang.
Kein ISO-Marathon, sondern ein Statusbild an einem Tag
Der naheliegende Reflex – „dann machen wir eben ISO 27001" – überfordert die meisten kommunalen Versorger an dieser Stelle. Ein vollständiges Informationssicherheits-Managementsystem ist ein Projekt über viele Monate, mit entsprechendem Ressourcenbedarf. Für den ersten Schritt ist das die falsche Größenordnung.
Der CyberRisikoCheck nach DIN SPEC 27076 schließt genau diese Lücke. Er wurde unter Federführung des BSI gemeinsam mit dem Mittelstandsverband entwickelt – als praxisorientierter, kosteneffizienter Einstieg in die Informationssicherheit für kleinere Organisationen. Konkret bedeutet das:
Der Check prüft den aktuellen Sicherheitsstatus anhand von 27 Anforderungen in sechs Themenfeldern. Das Ergebnis liegt im Rahmen einer Tagesberatung vor – kein monatelanges Vorprojekt. Sichtbare Schwachstellen werden nicht nur aufgelistet, sondern in klar priorisierte, verständliche Handlungsempfehlungen übersetzt. Sie wissen am Ende also nicht nur, dass es Lücken gibt, sondern welche Sie zuerst angehen sollten. Auf Bundesebene werden Check und Handlungsempfehlungen über das Programm go-digital mit bis zu 50 Prozent gefördert.
Warum das gerade für Wasser- und Abwasserbetriebe passt
Kommunale Versorger sind ein lohnendes Ziel – das belegen die Vorfälle der vergangenen Monate bei Stadtwerken ebenso wie die Lagebilder zur Bedrohung kritischer Infrastrukturen. Gleichzeitig fehlt vielen Betrieben die Schlagkraft großer IT-Abteilungen. Der CyberRisikoCheck respektiert diese Realität: Er liefert in kurzer Zeit ein belastbares Statusbild, ohne den Betrieb über Wochen zu binden.
Wichtig zur Einordnung: Der Check ist kein NIS2-Konformitätsnachweis und ersetzt keine vollständige Umsetzung. Er liefert aber genau das, woran es am Anfang am häufigsten scheitert – einen schnellen, verlässlichen Status und eine klare Reihenfolge der nächsten Schritte. Das ist das Fundament, auf dem eine NIS2-Umsetzung überhaupt erst sinnvoll aufsetzen kann.
Acht Betriebe sind diesen Weg bereits gegangen
Der Check ist im Wasser- und Abwassersektor kein Pilotversuch mehr. Acht Ver- und Entsorger haben ihn bei ALPHAVIS bereits durchgeführt – Zweckverbände und Eigenbetriebe aus Thüringen und der Region:
- Zweckverband Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal
- ZWA Saalfeld-Rudolstadt
- Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetrieb Altenburg
- Wasser- und Abwasserverband Bad Salzungen
- Zweckverband Wasser und Abwasser Orla
- ZWA „Thüringer Holzland"
- Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Altenburger Land
- Stadtentwässerungsbetrieb Nordhausen
Das ist mehr als eine Referenzliste. In einem eng vernetzten regionalen Umfeld bedeutet es: Betriebe Ihrer Größe und mit Ihren Rahmenbedingungen haben den Schritt gemacht – und wissen heute, wo sie stehen. Genau diese Klarheit ist der Unterschied zwischen „wir müssten mal" und „wir wissen, was zuerst dran ist".
Der nächste Schritt
Als vom BSI anerkannte Prüfstelle führe ich den CyberRisikoCheck nach DIN SPEC 27076 durch und ordne das Ergebnis direkt im NIS2-Kontext ein – also nicht nur „hier steht Ihr Betrieb", sondern auch „das bedeutet es für Ihre Pflichten".
Wenn bei Ihnen die Frage „Wo stehen wir eigentlich?" noch offen ist, ist das der pragmatische Einstieg. Erst Klarheit und dann gezielt handeln.
Wo stehen Sie? NIS-2-Status per Mail anfragen.
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